Einzigartige Pokale für den Biathlon Weltcup in Oberhof

Erstmalig haben junge und kreative Sportler aus der Region die Siegerpokale für die Athleten des Biathlon Weltcup in Oberhof selbst gestaltet. Mit diesen Pokalen entstand ein „Stück“ Oberhof zum Mitnehmen. Denn die verwendeten Materialien Schiefer und Fichte entstammen dem Abriss der Arena am Rennsteig in Oberhof. Die handwerkliche und künstlerische Gestaltung übernahmen 15 biathlonbegeisterte Kinder und Jugendliche des SV Medizin Bad Liebenstein unter der Leitung von Theresa und Josephine Beranek an der Kinder- und JugendKunstschule in Schweina. Den Startschuß für das gemeinsame Projekt des Weltcup-Oberhof e.V., SV Medizin Bad Liebenstein e.V. und der Kinder- und Jugendkunstschule Wartburgkreis e.V. gab im September Kati Wilhelm.

Dann ging es an die Arbeit, die die Kursleiterin Theresa so beschreibt:

„15 Kinder und Jugendliche aus dem Wintersport treffen auf 30 rohe Fichtenstempel und Schieferplatten. Diese nachhaltigen Materialien haben ihren Dienst am alten Oberhofer Stadion bereits geleistet, man könnte sagen, sie sind nun im Ruhestand und wollen es sich noch einmal so richtig gut gehen lassen, hier bei uns in der Kunstschule im Wartburgkreis. Unser großes Ziel: 30 einmalige Plastiken zu schaffen, welche als Pokale den Gewinnern des Biathlon Weltcups in Oberhof 2021 überreicht werden sollen. Eine gewichtige Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen sind mit Sportgeist und kreativem Eifer dabei! Als langjährige Kursleiterin der Kunstschule bekomme ich Unterstützung von meiner Schwester Josephine, sie hat viel handwerkliche Erfahrung und ist angehende Grundschullehrerin, wir sind ein sehr gutes Team.

Am ersten Kurstag widmeten wir uns mit den Kindern und Jugendlichen dem Schiefer, einem wunderbaren Naturmaterial, welches die Jahre am Oberhofer Bauwerk wirklich nichts anhaben konnte. Das blauschwarze Gestein aus dem Thüringer Schiefergebirge wird von den Kindern zunächst mit etwas Abstand betrachtet, doch als Josephine die Haubrücke mit Schmackes in den Holzbalken rammt, um anschließend eine Schieferplatte mit dem Schieferhammer zu behauen, gibt es kein Halten mehr. Das sonst so stille Atelier der Kunstschule wurde in diesen zwei Stunden zur ohrenbetäubenden Schieferwerkstatt. Dabei wurde das blaue Gold mit Hammer und Schieferzange zunächst in Form gebracht, um es anschließend mit einem Motiv zu versehen. Dieser zweite Teil ging nicht weniger enthusiastisch voran, denn die Sportlerkinder haben Energie und Ausdauer. Nach dem handwerklichen Einstieg musste zunächst ein passendes Motiv für die Sprühschablone gefunden werden. Während sich einige Teilnehmer*innen dabei auf die Figur des Sportlers konzentrierten, beispielgebend auf sein Profil im dynamischen Lauf oder liegend als Schütze, standen bei anderen die Sportgeräte wie Ski oder Biathlongewehr im Vordergrund. Die Schießscharte mit ihren fünf Lochscheiben diente zum Beispiel als Passepartout für eigene Motive oder Farbverläufe. So entstand über die sportliche Erfahrung der Kinder und Jugendlichen schnell ein Einstieg in die künstlerischen Möglichkeiten. Visuelle Stereotypen wurden mit kindlicher Leichtigkeit künstlerisch uminterpretiert und fungierten als Passepartout für ihre Werke. Nach der Motivfindung erstellten sie eine Spray-Schablone mittels Klebefolie, die sie in dieser und der zweiten Sitzung im Freien besprühen können. Ein Graffitischiefer entstand!

Die Ergebnisse motivierten die Kinder und Jugendlichen zum zweiten Kurstag, sich weiter frei mit Form und Farbe an die Naturmaterialien zu wagen. Die poppig gestalteten Schiefer der ersten Sitzung wurden in der zweiten um ihre Gegenstücke, die Fichtenstempel ergänzt. Zuerst musste wieder handwerklich gearbeitet werden, wobei dieses Mal nicht die Dachdeckerkunst zum Vorbild gemacht wurde, sondern das Tischlerhandwerk. Mit Schleifpapier und -Klötzen veredelten die Kinder und Jugendlichen die verwitterten Holzfundamente und brachten ihre zersplitterte Form zu handschmeichelnden Objekten. Dabei erforschten sie ihr ganz eigenes Klötzchen fast meditativ, erkannten die einzigartigen Strukturen wie Holzmaserung, Astlöcher oder alte Holzwurmtunnel unter der Borke. Das Holz versiegelten sie mit Wachsmalstiften. Die Farben und Formen der Wachsspuren wurden sorgfältig an das Schieferpendant angepasst und abschließend mit dem Föhn erwärmt, eingerieben und versiegelt. Unzählige Male strichen so Finger und Hände über das warme Naturmaterial und übertrugen die kreative Energie in das Material. Et voila, schon waren die Grundbausteine von 15 Pokalen fertiggestellt!

In den folgenden drei Einheiten beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen wieder zunächst mit dem Schiefer, welcher in Anlehnung an die wunderbare Natur der Thüringer Wälder gestaltet wurde. Die dieses Mal sehr grob behauenen Schieferplatten wurden zu Winterwald-Panoramen und atmosphärischen Naturdarstellungen. Schneeschauer vermischen sich mit Wolkenformationen und dazwischen ein Biathlet in der romantischen Winterlandschaft. Die zunehmende Erfahrung der Teilnehmer*innen mit den Materialien ließ sie ihre Aufgabe mutig und offen angehen, was uns sehr beeindruckte. Den Abschluss bildete die eigens für die Gegebenheiten gewählte Technik des Moosgummi-Drucks auf den Holzstempeln, welche ebenfalls in natürlichen Motiven und matten Farben gestaltet wurden. Allerdings ließ es sich ein Junge auch nicht nehmen, hier standesgemäß seine künstlerische Freiheit einzufordern und stattdessen sein Herzensmotiv auf den Holzklotz zu drucken: die Thüringer Bratwurst! Zusammen mit dem Profil eines verschneiten Waldes auf seinem ebenso querformatigen Schiefer eine sehr gelungene Kombination! Nach insgesamt 10 intensiven Arbeitsstunden mit den Kindern und Jugendlichen endete unser gemeinsames Projekt mit der Gestaltung persönlicher Briefe an die Biathleten, die zukünftigen Preisträger des Oberhofer Biathlon-Weltcups. Die Kinder waren so ganz nah an ihren Stars, wünschten ihnen einen tollen Wettkampf und baten teilweise um persönliche Autogrammkarten der Biathleten. Sogar in der Berichterstattung des MDR Thüringen Journals wurden sie in ihrem Schaffensprozess für die Öffentlichkeit direkt mit dem Wettkampf verbunden, eine wunderbar runde Sache in meinen Augen. Ich danke den Kindern für ihre herzliche Energie und Offenheit.“

An dieser Stelle möchten wir uns auch besonders bedanken bei allen ehrenamtlichen Helfern, Sponsoren und Unternehmen für ihre Sach- und Dienstleistungsspende, ohne die diese einzigartigen Pokale nicht so ausgetüftelt und das ganze Projekt nicht so rund geworden wäre:

  • Thomas Beranek für die Mithilfe bei der technischen Umsetzung und Montage,
  • dem Team der Thüringischen Weidmüller GmbH für die Umsetzung des Laserdrucks auf der Beschilderung
  • der Firma Kartonagen Seyfried für die Herstellung der Verpackungen. Die Fotos mit folgenden Bildunterschriften in den Text streuen; Reihenfolge wie Nummerierung nach dem ersten Absatz könnte nochmal das Foto mit Kati Wilhelm rein: Kati Wilhelm gibt den Startschuß. zu 1. Nach ersten Ideen und Skizzen werden die Vorlagen aus Karton geschnitten.

zu 2. Schiefer richtig zu brechen, will gelernt und geübt sein.
zu 3. Vor allem spezielle Formen fordern Geduld.
zu 4. Fichtenstempel bilden den Pokalfuß und werden farbig bedruckt.
zu 5. Auch das Fernsehen hat sich für das Drucken begeistert.
zu 6. Ich drücke die Daumen ganz besonders für…
zu 7. Und hier unsere einzigartigen Sportpokale.
zu 8. Unsere Pokale ehren die Biathleten.

Film des mdr kommt noch.

Kati Wilhelm besucht die Kunstschule!

Ein besonderer Tag für uns…Kati Wilhelm hat einen Abstecher nach Schweina in die Kunstschule gemacht und ein gemeinsames Projekt zwischen dem SV Medizin Bad Liebenstein, der Oberhof WSRO Skisport GmbH und der Freien Kunstschule eröffnet.

Mit Kindern und Jugendlichen aus Bad Liebenstein werden in den nächsten Wochen 30 Pokale für den Biathlon Weltcup gefertigt. Ein tolles Projekt, wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse und halten euch auf dem Laufenden.

Bodo Ramelow wird kreativ!

der Ministerpräsident von Thüringen besucht auf seiner Sommertour 2020 die Jugendkunstschule und legt in Schweina einen kreativen Zwischenstopp ein…das passiert nicht alle Tage. Und wie es so ist in einer kreativen Einrichtung, wird dort gemalt, gebaut, gezeichnet, gefaltet…und da wir in einem Fröbelort ansässig sind, stehen diese Beschäftigungen natürlich auch immer wieder im Zeichen des Reformpädagogen Friedrich Fröbel.