Wer sich für ein Kunststudium entscheidet, kann im Laufe des Lebens deutlich von den praktischen und theoretischen Kreativkenntnissen profitieren. Ob du nach dem Studium als freier Künstler arbeitest, als Designer in eine Agentur eintrittst oder deine didaktischen Fähigkeiten im Lehramt an Schüler weitergibst, ist dir selbst überlassen.
Je nach Universität gibt es bestimmte Voraussetzungen, die du für dein Kunststudium mitbringen solltest; neben einem generellen Interesse an Kunst, welches du sicherlich hast, wollen die Dozenten und Prüfer mit Abgabe einer eigenen Mappe bereits vor Studienbeginn sehen, dass du schon einmal einen Stift in der Hand gehalten hast und dich künstlerisch mit unterschiedlichen Themen und Materialien auseinandersetzen kannst.
Persönliche Anforderungen für das Kunststudium
Bevor du dich voller Eifer an die Erstellung deiner Kunstmappe machst, solltest du dich intensiv mit dir und deiner Wunsch-Uni auseinandersetzen. Leider gibt es oft Fälle, in denen Studenten ihr Studium abbrechen, weil es nicht die persönlichen Erwartungen und Vorstellungen erfüllt. Ein Kunststudium ist zu großen Teilen, aber leider meist nicht ausschließlich kreativ.
Je nachdem für welchen künstlerischen Studiengang und für welche Universität oder Hochschule du dich entscheidest, sind die theoretischen Anteile kleiner oder größer. Bei Kunst auf Lehramt bestehen beispielsweise große Teile des Studiums aus der Aneignung didaktischer Methoden.
Bevor du Bewerbungen schreibst, solltest du dich also genau mit der Universität und den jeweiligen Inhalten des Kunststudiums beschäftigen. Analysiere dich selbst und finde heraus, mit welchen Medien und Materialien du dich gern befasst, was deine späteren Ziele sind und was du im Studium ungern lernen möchtest. Gespräche mit den jeweiligen Studiengangsleitern sind immer eine gute Idee, um mehr über die angebotenen Inhalte herauszufinden.
Auf Knopfdruck kreativ sein; ist das etwas für dich?
Du hast beim Malen, Zeichnen und Kreativsein schon viel Erfahrung sammeln können? Sicherlich kommt vielen, die in ihrem Leben oft künstlerisch gearbeitet haben, einmal in den Sinn, freie Kunst zu studieren. Trotzdem solltest du dir klar darüber sein, dass ein Kunststudium meist ein Vollzeitstudium ist, in dem klare Aufgaben vorgegeben sind.
In einem Studium der freien Kunst ist es also leider nicht der Fall, dass man nur dann kreativ arbeiten kann, wenn man es gerade möchte. Ob du auf Knopfdruck kreativ sein kannst, kannst du zum Beispiel in einer Sommerakademie herausfinden. Dort arbeitest du mehrere Stunden am Stück an einer kreativen und spaßigen Aufgabe, die jedoch auch Einsatz erfordert.
Sicherlich hilft dir auch die Erinnerung an deine Schulzeit und an den Kunstunterricht bei der Einschätzung, ob du schnell kreativ denken und abliefern kannst. Wenn du Arbeiten und Klausuren stets gut gemeistert hast, könnte auch das Kunststudium etwas für dich sein.
Die Bewerbungsmappe: Facettenreichtum ist das A & O
Hast du deinen Traum-Studiengang gefunden, geht es nun an die Bewerbung. Die Zugangsvoraussetzungen sowie die Bewerbungsfristen findest du meist auf der Internetseite deines zukünftigen Studiengangs. In den allermeisten Fällen möchten Universitäten eine von dir angefertigte Bewerbungsmappe sehen, in der du etwa 20 bis 30 kreative Arbeiten vorstellst.
Tatsächlich ist es wichtig, dass du dir für die Erstellung deiner Mappe viel Zeit lässt – es wäre gut, wenn du mindestens 1 Jahr vor Abgabe damit beginnst. Einzelne Werke müssen nicht perfekt ausgearbeitet sein, da hier vor allem die Vielseitigkeit zählt. Beispielsweise solltest du nicht alle Zeichnungen mit Bleistift anfertigen. Auch wenn du bestimmte Medien hast, mit denen du am liebsten und besten arbeitest, zählt Abwechslung hier deutlich mehr; verwende z. B. auch Acrylfarben, Buntstifte, Filzstifte und Aquarell, fertige Collagen an oder erstelle plastische Statuen.
Viele Unis sehen außerdem gern einen roten Faden in der Ausgestaltung deiner Mappe. Kreative Arbeiten zu gesellschaftskritischen Themen sind in vielen Studiengängen lieber gesehen als eine weitere Ansammlung von Stillleben und Augen- oder Handstudien. Befasse dich eingehend mit deinem Thema (bzw. deinen Themen) und stelle den Prüfern im besten Falle etwas vor, was sie noch nicht oft gesehen haben. Auch Bilderserien sind möglich und gern gesehen, meist zählen diese jedoch nur als eines der angeforderten 20 bis 30 Werke.
Scheue dich nicht vor einer Mappenberatung
Du wirst aus den Vorgaben auf der Uni-Webseite nicht schlau und du weißt nicht, ob der Studiengang überhaupt der Richtige für dich ist? Unverbindliche Mappenberatungen sind genau für diese Fälle perfekt geeignet; meist werden sie von älteren Studenten angeboten, um dir Fragen zu beantworten oder dir Inspiration und Tipps zur Erstellung deiner Mappe zu geben. Oft merkt man auch bei dieser Beratung, ob der Studiengang für einen geeignet ist oder nicht.
Keine Ideen? Mappenkurse können helfen
Natürlich sind Mappenberatungen kein Freifahrtschein für die Aufnahme an deine Traum-Uni. Die Studenten geben dir hier ausschließlich Tipps, in welche Richtung deine Arbeit grob gehen kann. Trotzdem musst du deine Mappe am Ende allein zu Hause erstellen, wo dir leider keiner mehr wichtige Hinweise geben kann.
Wenn die Inspiration fehlt und du keine Ideen für deine Mappe hast, bieten viele Kunstschulen oder Akademien einen sogenannten Mappenkurs an. Mit mehreren Studienanwärtern wirst du hier deine Kenntnisse erweitern. Auch der aktive Austausch mit Lehrpersonen und Teilnehmern sorgt oftmals für neue Ideen und Inspiration.
Natürlich kann dir ein solcher Kurs auch helfen, in bestimmten Bereichen der Kunst besser zu werden. Ob es nun das Aktzeichnen, die abstrakte Malerei oder die Farblehre ist; der Mappenkurs hält alle wichtigen Informationen und Materialien bereit, um Neues dazu zu lernen und deine Mappe mit vielen interessanten und einzigartigen Werken zu füllen.
Wer sich an einer Kunsthochschule oder Universität für ein Kunststudium bewerben möchte, hat mit der Vorbereitung oft mehr Stress, als es bei anderen Studiengängen der Fall ist. In den meisten Fällen möchte die Kunstschule schon vor Beginn des Studiums Einblicke in die künstlerischen Fähigkeiten der Bewerber erlangen.
Hierfür wird eine Bewerbungsmappe erstellt, die meist 20 bis 30 eigene, kreative Arbeiten enthält. Um in einem Gremium aus mehreren Dozenten mit seiner Mappe herauszustechen, sollte man sich zuvor genau mit den Anforderungen der Uni und den eigenen Möglichkeiten auseinandersetzen und so früh wie möglich mit der Erstellung einer hochwertigen Kunstmappe beginnen.
Warum Bewerbungsmappen für das Kunststudium?
Eine Bewerbungsmappe oder auch Kunstmappe ist sehr wichtig für den Beginn eines Kunststudiums. Sie hilft den Dozenten und Studiengangsleitern schon vor der ersten Uni-Woche herauszufinden, wer du als Mensch bist und ob du überhaupt in den bestimmten Studiengang hereinpasst.
Tatsächlich sind die Anforderungen einer jeden Universität oder Hochschule verschieden. Während sich der eine Kunststudiengang insbesondere mit moderner Kunst und der aktuellen Gesellschaft auseinandersetzt, steht im anderen Studium besonders die Kunsthistorie oder die praktische Fertigkeit im Mittelpunkt.
Um eine gelungene Mappe abzugeben, ist es also wichtig, einen Mittelweg zwischen den Präferenzen der Uni und der eigenen Persönlichkeit zu finden; in jedem Fall hilft es hierbei, sich für eine Kunstschule zu entscheiden, die die eigenen Interessen fördert. Ob dies der Fall ist, findest du zum Beispiel bei einer internen Mappenberatung heraus.
Hilfe durch Mappenberatung & Mappenvorbereitungskurs
Bevor man sich an die Erstellung einer Bewerbungsmappe macht, ist es wie bereits erwähnt empfehlenswert, die speziellen Anforderungen der Universität zu analysieren. Dafür werden meist Mappenberatungen von der Hochschule selbst angeboten, in denen du Tipps von Studierenden zum Füllen deiner Mappe erhältst. Außerdem kannst du deine bisher erstellten Werke in wiederkehrenden Terminen vorstellen und dir eine erste unabhängige Kritik abholen.
Möglicherweise merkst du bereits in der ersten Mappenberatung, dass die Anforderungen der Hochschule nicht zu deinen Vorstellungen von Kunst und Kreativität passen. Sollte dies der Fall sein, ist es umso besser, da du noch die Möglichkeit hast, dich woanders zu bewerben.
Natürlich ist es auch möglich, dass du deine Traum-Uni sofort findest, dann aber bei der Erstellung der Mappe scheiterst. Auch hierfür gibt es Abhilfe; in unserem Mappenkurs kannst du dich mit vielen anderen Studienanwärtern austauschen. Auch die Lehrpersonen unterstützen dich mit Rat und Materialien bei der Erstellung deiner Kunstmappe, die du zu Hause weiterführst.
Mögliche Inhalte einer gelungenen Kunstmappe
Jetzt, wo du weißt, welchen Umfang die Bewerbungsmappe fürs Kunststudium haben sollte und wo du dir entsprechende Hilfe holen kannst, kommen wir zum praktischen Teil; wir erklären dir, welche Arten von Arbeiten gern in einer Kunstmappe gesehen werden und gehen im Anschluss auf vermeidbare Fehler in deiner Mappe ein.
Generell ist es noch wichtig zu erwähnen, dass Dozenten meist gern einen roten Faden in deiner Arbeit sehen; ob du dir nun ein Thema aussuchst, welches du in der gesamten Mappe bearbeitest oder ob du verschiedene Bilderserien erstellst, ist am Ende von der Hochschule und deinen Präferenzen abhängig. Beachte jedoch, dass eine zusammenhängende Bilderserie meist nur als ein Werk gewertet wird.
Realistische Zeichnungen & Skizzen
Um grundlegende künstlerische Fähigkeiten zu zeigen, ist es gut, realistische Werke in die Bewerbungsmappe für das Kunststudium einzubinden. Dabei ist es egal, ob es sich um Zeichnungen, Malereien oder sogar Skizzen handelt. Die Dozenten und Prüfer möchten sehen, ob du ausreichend künstlerisches Verständnis hast, reelle Abbildungen der Umwelt zu erstellen.
Hierbei sollte man besonders auf realistische Oberflächenschraffierungen, Proportionen, Perspektiven und Kontraste achten. Dieses Talent kann durch Zeichnungen architektonischer Bauwerke oder durch die Abbildung von Menschen und Tieren bewiesen werden. Falls du Schwierigkeiten bei der realistischen Abbildung von Gesichtern hast, kann ein Portrait Zeichenkurs im Voraus sehr nützlich sein.
Experimentelle / abstrakte Arbeiten
Neben realistischen Werken ist es für die Bewertung deiner Mappe mindestens genauso wichtig, abstrakte bzw. experimentelle Kunstwerke zu erstellen. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt; du kannst Acryl- und Ölfarben, Aquarell, Kohle, Ölpastellkreide, und vieles mehr nutzen, aber genauso plastische Statuen aus diversen Materialien zusammenbauen.
Anders als bei realistischen Kunstwerken ist der Zeitaufwand für abstrakte Kunst oftmals kleiner, da Details nicht so stark herausgearbeitet werden müssen. Solange deine Arbeit jedoch die nötige Aussagekraft hat und du nichts mehr hinzufügen kannst, solltest du dich hiervon nicht irritieren lassen. Auch unfertige Bilder können in bestimmten Fällen ausreichen.
Gesellschaftskritische oder polarisierende Werke
Neben den rein kreativen Anteilen setzt sich ein Kunststudium meist intensiv mit der Kunsthistorie auseinander, welche das heutige Verständnis von Kunst maßgeblich geprägt und weiterentwickelt hat. Es werden aktuelle Phänomene besprochen und gesellschaftliche Herausforderungen werden im künstlerischen Kontext analysiert.
Aus diesem Grund kann es sich für die Mappenbewertung positiv auswirken, wenn du dir Gedanken zu gesellschaftlichen oder politischen Themen machst und diese in deinen Werken einbringst. Diese Phänomene können in deinen Arbeiten bspw. eine polarisierende, satirische oder gesellschaftskritische Wirkung haben. Sollte es zu Missverständnissen kommen können, kannst du ebenfalls eine Erklärung deines Werkes beilegen.
5 Fehler, die man bei der Bewerbungsmappe vermeiden sollte
Eine Bewerbungsmappe sollte viel Varianz zeigen und die persönlichen Stärken herausstellen. Leider kommt es selbst bei der Einhaltung der oben beschriebenen Tipps oft zur Ablehnung für das Kunststudium. Verantwortlich könnten diese 5 Fehler sein:
1. Austauschbare Arbeiten
Kunstdozenten arbeiten oft bereits seit Jahren im kreativen Bereich und haben selbst ein derartiges Studium hinter sich. Immer wieder müssen sie klassische Arbeiten wie Studien zu verschiedenen Körperteilen, Stillleben oder Aktzeichnungen ansehen und bewerten. Auch wenn es dein Steckenpferd ist, solltest du also darauf achten, dass du deine Komfortzone verlässt und den Prüfern etwas vollkommen Neues anbietest.
2. Zu wenig Varianz
Wie bereits besprochen, kannst du für deine Mappe ein Oberthema festlegen oder viele unabhängige Bilderserien erstellen. Achte hierbei jedoch vor allem darauf, dass du unterschiedliche Medien und Materialien verwendest. Dies zeigt, dass du dich eingehend mit einem Thema auseinandersetzen kannst, aber genauso vielseitig bist.
3. Kitschige Comiczeichnungen
Auch wenn du es liebst, Mangas oder Comic-Figuren zu zeichnen, ist dies in einer Kunstmappe nicht angebracht. Für viele Dozenten sind diese Arbeiten zu kitschig und austauschbar, weshalb du statt Einhörnern oder anderen Fabelwesen lieber „echte“ Tiere abbilden solltest.
4. Zu alte Werke in die Mappe einbinden
Um deine derzeitigen Fähigkeiten zu bewerten, ist es sehr ratsam und erforderlich, aktuelle Werke in die Mappe einzufügen. Auch wenn du mindestens ein Jahr vor der Bewerbung mit der Mappenerstellung beginnen solltest, spiegeln ältere Arbeiten aus der Schulzeit weder deinen aktuellen Wissensstand wider, noch werden sie ideal zum Gesamtbild deiner Mappe passen.
5. Auf den letzten Drücker beginnen
Auch wenn einige Werke in deiner Bewerbungsmappe nicht viel Zeit beanspruchen werden, solltest du früh genug mit der Erstellung der Arbeiten beginnen. So hast du die Möglichkeit, Entwürfe zu erstellen, diese zu verwerfen oder sie ohne Zeitdruck zu verbessern. Am Ende kannst du dann aus den gelungensten Arbeiten wählen und eine starke Bewerbungsmappe einreichen.
Porträt-Skizze mit Zeichenkohle vom Maler Sascha Karschner
Im Tages-Workshop Porträtzeichnen konnten allgemeingültige anatomische Grundlagen und Proportionen erlernt werden, wie sie auszumessen sind und wie sie mit Zeichenkohle dreidimensional wiedergegeben werden können. Das Angebot war für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet, denn der kursleitende Zeichner und Maler Sascha Karschner aus Eisenach: „In der Regel arbeite ich so, dass ich erst einmal eine kleine Einführung und Demonstration gebe. Danach zeichnen die Teilnehmenden selbst und ich gehe von einem zum anderen. Dabei sehe ich recht schnell wo Stärken und Schwächen sind und kann dann sehr individuell darauf eingehen.“
Sieben Teilnehmer haben sich so zeichnerisch dem echten Modell genähert. Denn Zeichnen nach echtem Modell ist dem Maler Sascha Karschner besonders wichtig: „weil man nur so lernt von dreidimensional auf zweidimensional zu übersetzen – was ja das Ziel realistischer Malerei ist. Außerdem gehen bei einem Foto viele Informationen verloren.“
7 Stunden harte Arbeit mit sehenswerten Ergebnissen dank individueller Begleitung
Der Workshop war intensivste Arbeitszeit, denn es waren sieben Stunden stehend an Staffeleien mit nur kurzen Pausen. Dabei haben die Kursteilnehmer unterschiedlich gearbeitet: von kurzen Skizzen bis zu aufwendigen Zeichnungen mit Licht und Schatten. Der Kursleiter hat jeden in seinem Prozess individuell begleitet. Und alle konnten mit mehreren, sehr erstaunlichen Werken nach Hause gehen.
Das Modell Alina während der Probesitzung mit Maler Sascha Karschner
Das Porträt-Modell Alina beschreibt ihre persönlichen Herausforderungen so: „Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, sieben Stunden als Modell zu sitzen, habe ich nicht lange überlegt. Für mich war es eine Erfahrung, die ich unbedingt erleben wollte. Auch nach der 2-stündigen Probesitzung hat mich der Mut noch nicht verlassen. So kam ich in den Zeichensaal, vor mir die wartenden Teilnehmer, die wahrscheinlich erst dachten ich würde ebenso am Workshop teilnehmen. Die Augen wurden groß, als es hieß “Und das ist Alina, sie wird heute euer Modell sein.”.
Schließlich nahm ich Handy und kabellose Kopfhörer, begab mich in die Mitte des Raumes auf mein Stühlchen auf einem Podest und richtete meinen Blick aus dem Fenster. Um mich herum 8 Staffeleien und neugierige Gesichter, die mich genauestens im Blick hatten. Mit Holzstäbchen und zusammengekniffenen Augen haben sie Maß genommen, aller paar Momente hinter der Staffelei hervorgelugt und mich eindringlich angesehen. Jedes Mal, wollte ich mich umso mehr nicht bewegen, damit die Zeichnenden sich auch voll auf die Stelle an der sie arbeiten, konzentrieren können. Mit einem Podcast auf dem einen Ohr, hatte ich trotzdem noch die Möglichkeit den Gesprächen zwischen Sascha Karschner und den Teilnehmenden zu lauschen. “Achtet auf Proportionen” oder “Arbeitet mit Licht und Schatten” waren Fetzen, die ich aufnahm.
Am eindrucksvollsten für mich, war die 1. Pause. Ich wanderte herum und blickte auf sieben Bilder, die doch irgendwo alle eine Ähnlichkeit zu mir hatten. Und das schon nach dieser kurzen Zeit. Von Pause zu Pause entstanden mehr Werke und Bilder, eins einzigartiger als das andere und als wir am Schluss zusammen auf das Geschaffene blickten, fühlte ich große Zufriedenheit.
Nachdem sechs Stunden vergangenen waren, kam die letzte, wohl schwierigste Phase für mich. Natürlich hatte schon nach der Hälfte der Zeit mein Nacken angefangen weh zu tun und auch der Podcast, wurde von Stunde zu Stunde ermüdender. Doch stillzusitzen, war vor allem in den letzten Minuten, wo alle noch am Arbeiten und Wuseln waren, am härtesten. Die Vorfreude, sich endlich wieder normal bewegen zu können, war immens und daher fühlte sich diese letzte Stunde an wie eine Ewigkeit. Gleichzeitig wollte ich den Teilnehmern aber auch nicht die Möglichkeit lassen bis zum Ende zeichnen zu können. Letztendlich haben wir es alle gemeinsam geschafft und können stolz sein, denn die Zeit, in der ich stillsaß, arbeiteten die Zeichnenden vor ihren Staffeleien und waren hochkonzentriert. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.“
Beim großen Kooperationsprojekt vom Landestheater Eisenach zur Kinderoper “Brundibár” wirken unsere Künstlerinnen Ulrike Kraus und Elza Artamontzeva mit. Sie leiten die Workshops mit Schüler*innen für das Bühnenbild und die Kostüme. Aber noch ist sehr viel offen, auch um den Kindern größtmögliche kreative Freiheit zu gewähren.
Schattentheater
Die bevorstehende Aufführung von Hans Krásas Kinderoper “Brundibár” am Landestheater Eisenach von den Schülern der Musikschule “Johann Sebastian Bach” Eisenach, wird als bedeutendes theaterpädagogisches Kooperationsprojekt gefeiert. Das Stück, das Gemeinschaft, Solidarität, Mut und Zusammenhalt thematisiert, erzählt die Geschichte der Geschwister Aninka und Pepícek, die für ihre kranke Mutter Milch kaufen wollen, jedoch von Brundibár am Marktplatz vertrieben werden. Gemeinsam mit anderen Kindern und drei Tieren schmieden sie einen Plan. Das Werk wurde 1938 komponiert und während des Zweiten Weltkriegs zunächst heimlich in einem jüdischen Kinderhaus in Prag uraufgeführt. Nach der Deportation des Komponisten nach Theresienstadt wurde es dort mit Kindern des Lagers einstudiert.
Zeitungsartikel in der Südthüringer Zeitung vom 07.03.2024
Das Projekt, das von Kindern für Kinder konzipiert ist, soll auch Erwachsene ansprechen und zur Diskussion über die Geschichte anregen. Die Beteiligten sind sich einig, dass noch viel Arbeit bis zur Premiere am 15. Mai bevorsteht, aber sie sind zuversichtlich, dass es ein erfolgreiches Projekt wird.
Hinter den Kulissen mit Bühnenmeister Lutz Kretschmer
Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-Gymnasiums, der Georgenschule und der Jakobschule aus Eisenach hatten kürzlich die Gelegenheit, erstmals einen Blick hinter die Kulissen des Landestheaters zu werfen, begleitet von Bühnenmeister Lutz Kretschmer. Parallel dazu fand das erste Treffen aller Verantwortlichen für das Großprojekt statt, bei dem beschlossen wurde, dass die Schüler nicht nur singen und musizieren, sondern auch aktiv an der Ausstattung des Stücks mitwirken werden. Dramaturg Moritz von Schurer betonte die Herausforderungen, die sich daraus ergaben, darunter die Suche nach Mitwirkenden und die Sicherstellung der Finanzierung. Leiterin des Jungen Schauspiels und Regisseurin des Stücks Esther Jurkiewicz hob hervor, dass das Projekt größer geworden sei als ursprünglich geplant und betonte die Notwendigkeit intensiver Kommunikation und Zusammenarbeit. Leiterin der Musikschule Sylvia Löchner berichtete von den laufenden Gesangsproben für Chor und Solisten sowie von der Schaffung eines eigenen Kammerorchesters für das Stück. Trotz der Beteiligung von Schülern betonte Lisa Störr die Unterstützung durch Profis wie die Musiker und Musikerinnen der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.
Die finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Wartburg-Sparkasse sowie die Bereitstellung von Landesmitteln durch die Kulturagenten wurden besonders gewürdigt.
Am 21. April wird die Kinder- und Jugendkunstschule des Wartburgkreises ein besonderes Ereignis feiern – und zwar ein Geburtstagsfest und jeder kann kommen! Dieses außergewöhnliche Fest wird im Kunstschulhaus in der Salzunger Straße 6 im Bad Liebensteiner Ortsteil Schweina von 14 bis 17 Uhr stattfinden.
Was steht auf dem Programm? Nun, es ist der 242. Geburtstag eines Mannes, dem Schweina und die ganze Welt viel zu verdanken haben: Friedrich Fröbel. Bekannt vor allem als Erfinder des Kindergartens, hat er auch in vielen anderen Bereichen Großes geleistet – von seiner Rolle als Reformpädagoge und Schulmann bis hin zu seinem Einfluss auf die moderne Kunst und die Frauen-Emanzipation.
Bea Berthold, Projektleiterin an der Kunstschule, und Sylvia Volkmar vom FRÖBELmobil sind derzeit damit beschäftigt, diesen besonderen Tag vorzubereiten. Sie haben zahlreiche kreative Ideen und Überraschungen geplant. “Wir wollen die Freude und Begeisterung, die wir als Kunstschul-Dozenten am Fröbeln haben, an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weitergeben”, erklären sie, denn “Fröbels Geburtstag bietet dafür einen idealen Anlass.”
Seit Jahren beschäftigen sich die Dozenten und Mitarbeiter der Kunstschule intensiv mit Fröbels Erbe aus künstlerischer, ästhetischer und handwerklicher Sicht. “Wir greifen immer wieder auf ausgewählte Beschäftigungen zurück, weil sie eine wunderbare Basis bieten, aus der viel entstehen kann. Besonders reizvoll ist Fröbels spielerischer Ansatz. Es gibt noch so viel zu entdecken, wir haben die Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft.”
Am Nachmittag des 21. April wird das Café im Erdgeschoss der Kunstschule in ein Fröbel-Café verwandelt. Die Akteure laden ein, die eigene bunte Frühlingswiese zu gestalten. Durch Falten und Flechten aus Papier und Wolle werden farbenfrohe Blüten entstehen, die sogar auf ihren Stängeln wippen. “Manche Mama und mancher Papa erinnert sich vielleicht nicht mehr, wie Flechten ging, ganz zu schweigen vom Falten einer Blüte oder eines Schmetterlings”, bemerkt Bea Berthold schmunzelnd. “Wir zeigen es ihnen gerne.” Die blühenden Wiesen können im Anschluß mit nach Hause genommen werden. Natürlich stehen Kaffee und Kuchen auch bereit und für die Kinder gibt es selbstverständlich Kakao und Limo.
Es wird also ein Tag voller kreativer Aktivitäten, Gedankenaustausch und ehrender Erinnerungen an den großen Friedrich Fröbel. Die Kunstschul-Mitarbeiter freuen sich auf viele Gäste und ein volles Haus.
Am 8. Juni fand endlich unser lang ersehntes Kunstschulfest statt. Schon beim Betreten der Kunstschule fielen die allerverrücktesten geflügelten Wesen zum Anstecken ins Auge, die aus dem eigens dafür gebauten Kunstautomaten k...
Vermietung unserer Räume Raum für Ideen - mit oder ohne Kursangebot
Unsere Ateliers und Werkstätten können auch gemietet werden – für eigene kreative Projekte, Teamtage oder Gruppenangebote. Ob mit Dozent*in oder selbstorganisiert – wir bieten Raum für Ihr Vorhaben.